Zwölf Jahre

Zwölf Jahre ist es her, dass ich zuletzt eine Mandelentzündung hatte.

Klar, zwischendurch hatte ich mal Halsschmerzen. Ein Mal auch eine fiese Rachenentzündung. Aber eben keine Mandelentzündung.
Dementsprechend war ich davon überzeugt, dass die Halsschmerzen, mit denen ich am Dienstag aufgewacht bin, auch nur Halsschmerzen waren. Pustekuchen.

Dienstag- und Mittwochabend letzter Woche hatte ich erhöhte Temperatur, die Schmerzen wurden schlimmer und als ich Donnerstag gar nicht mehr schlucken konnte, bin ich direkt zum Arzt, statt, wie geplant, bis Freitag auf den Heimatbesuch zu warten.
Und der Arzt? „Das erkennt ja ein Schäferhund, dass das ne Mandelentzündung ist.“

Also knapp sieben Tage Penicillin nehmen. Ich bin kein Freund davon, bei jeder Kleinigkeit Antibiotika zu nehmen. Aber zum einen ist eine Mandelentzündung keine Kleinigkeit und zum anderen hab ich zuletzt vor drei Jahren ein Antibiotikum nehmen müssen. Von daher ist das für mich durchaus gerechtfertigt und das wunderbare Gefühl, endlich wieder keine Halsschmerzen zu haben, ist das absolut wert.

Trotzdem. Die nächste Mandelentzündung kann gerne wieder zwölf Jahre auf sich warten lassen. Oder länger. Bin da ja nicht so.

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Fünf am Freitag

. Erkältungen sind doof. Punkt.

. Wenn man den Fernseher ganz leise hat und immer noch versteht, was gesprochen wird. Immerhin muss ich mir keine Gedanken machen, ob ich schlecht höre.

. Ich mag keine Krankenhäuser mehr. Immer, wenn ich höre, dass mir nahestehende Menschen ins Krankenhaus müssen, kriege ich eine halbe Panikattacke. Auch wenn es „nichts“ ist, bin ich froh, wenn sie wieder raus sind. Gebranntes Kind scheut das Feuer. Oder so.

. Colonia Dignidad ist … wow. Der Film hat viel zu wenig Beachtung bekommen. Leider. Er hallt ganz schön heftig nach, einfach, weil man weiß, dass es die Kolonie tatsächlich so gab. Außerdem bin ich ein wenig eifersüchtig auf Daniel Brühl. *hust*hust*

. Liebe Nachbarin, wirklich? Justin Bieber?

Sorgenkatze

Im Moment bin ich bei meinen Eltern. Die sind nämlich im Urlaub und jemand muss ja auf Haus und Katze aufpassen.

Mit dem Haus klappt das auch ganz gut. Papas Tomaten gedeihen, die Johannisbeeren sind eingefroren,  eingebrochen hat auch noch keiner und alle Pflanzen leben noch.

Bei der Katze ist das so ’ne andere Sache.
Dienstag sind wir wieder zum Tierarzt, Fäden ziehen. Herr von und zu Maunz faucht natürlich erst mal die TA-Helferin an, mehrmals, die das glücklicherweise total gelassen sieht: „Wer ist denn hier in der Transportbox, du oder ich?“ Und: „Oooh, jetzt hab ich aber Angst. Nicht.“ Ne Narkose hat er trotzdem bekommen, weil ich ihn ja nicht gut festhalten konnte, wo doch die Wunde genau zwischen den Schulterblättern ist. Seinen Rausch hat er dieses mal zum Teil im Körbchen, auf ner Fußmatte und wieder unter dem Schrank ausgeschlafen. Und ja, ich war ein wenig paranoid und habe alle Nase lang geguckt, ob er noch atmet.
Gestern Abend fauchte, jaulte und schrie es dann kurz draußen – Katzen, die sich prügeln. Kurz darauf kam Draco rein, hat ein wenig gehumpelt und ist begrüßungslos an mir vorbei geschlichen. Man sieht Katzen ihren gekränkten Stolz ja wirklich extrem an. Nun ja, jedenfalls hat er ganz leicht geblutet (zartrosa Flecken auf einem Handtuch, auf das er sich gelegt hatte) und später dann eine zitternde Pfote, die er kaum belastet hat und gequältes Maunzen. Wer mich kennt, oder selber Katzen (oder andere Haustiere) hat, kann sich vorstellen, wie meine Nacht war: Sehr kurz und kaum war ich wach, gingen die Horror-Vorstellungen los.
Gleich gucke ich mal nach ihm. Musste ich mir in den letzten drei Stunden verkneifen. Und die Überlegung, ob ich heute wieder mit ihm zum Tierarzt muss. Soll. Als wäre drei mal in den letzten 15 Tagen nicht genug gewesen.

Immerhin kommt heute Abend C. vorbei. Ein kleiner Lichtblick.

Familiärer Notfall – Teil II

Am Freitag kam Draco unters Messer. 9 Uhr sollten wir da sein.
Also Katze in die Transportbox gestopft, Schuhe an, ab ins Auto und los. Noch kurz mit den Tierärztinnen gequatscht, großes Blutbild veranlasst und wieder nach Hause.

Um halb eins haben wir ihn dann wieder abgeholt. (TÄ meinte, sie hatte halb zwölf gesagt, aber Mama und ich sind uns verdammt sicher, dass sie zwölf Uhr dreißig gesagt hat.)
Er war noch total besoffen, konnte aber schon wieder meckern. Zuhause haben wir ihn dann wieder aus der Box gelassen, aber nachdem er sich noch nicht mal richtig hinstellen, geschweige denn laufen konnte – Mama und ich mussten leider lachen, als er immer wieder umgefallen ist – habe ich ihn für bestimmt weitere 1 1/2 Stunden in die Box gesetzt. Nicht schön, aber er blieb ja auch nicht im Körbchen liegen.
Als er dann endlich wieder raus konnte, hat er sich unter dem Schrank im Flur verkrochen und da seinen „Rausch“ ausgeschlafen.
Den ganzen Tag über wollte er weder fressen noch trinken, aber ständig raus. Abends hat er dann versucht, auf einen Stuhl in der Küche zu klettern – vergebens. Kurz drauf hat er es dann erfolgreich erst auf das Sofa und danach sogar noch auf die Rückenlehne geschafft – von der Mama ihn aber runter geholt hat, weil er noch leicht wankte.
Der Plan war eigentlich, dass er im Flur schläft, aber da hatte Draco was gegen. Als Mama aus dem Keller kam, ist er schneller an ihr vorbei gehuscht, als sie gucken konnte und so hat er dann – wie sonst auch immer – im Keller geschlafen.*
Heute morgen wollte er dann wieder fressen. Und raus. Un-be-dingt raus. Das durfte er dann auch. Die TÄ meinte, er würde wahrscheinlich mehr Radau im Haus machen, als draußen eine Gefahr für die OP-Wunde wäre. Er hat noch viel geschlafen, gut, mit zehn ist er in Menschenjahren ja auch schon um die 60 und nicht mehr der Jüngste, aber ich denke, das tut ihm ganz gut. Und so eine OP schlaucht ja auch.
(*Er schläft immer im Keller. Dort hat er alles: Kratzbäume, Katzenklo, Fresschen, Körbchen, Decken und Spielzeug. Früher durfte er nachts raus, aber nachdem er innerhalb von nem halben Jahr vier Kampfverletzungen morgens mit nach Hause brachte und sich ein fremder Kater immer wieder über die Katzentreppe in den Keller geschlichen hatte, kommt er eben ins Haus.)

Und der Tumor?
Sehr, sehr wahrscheinlich bösartig. Laboranalyse folgt. Ergebnis gibt es, wenn ich mit dem Fellnäschen zum Fäden ziehen muss. Natürlich alleine, weil meine Eltern im Urlaub sind. Dabei musste ich gestern schon wieder gegen Tränen kämpfen. Wird bestimmt lustig. Nicht.
Die TÄs meinten, es wäre wohl eine Tumor-Art, die fast ausschließlich bei Katzen auftauchen würde. Vorteil: Sie würde nur selten metastasieren. Nachteil: Sie kommt gerne an der selben Stelle wieder, auch wenn man denkt, man hätte alles entfernt.
Es gibt wohl eine Art Chemo-Therapie, homöopathisch, die man entweder mit ’ner Spritze, oder übers Futter verabreichen kann. Die Chancen, dass der Tumor damit wiederkommt, sind geringer.
Die Katze von einer der TÄs hatte auch diese Art von Tumor. Am Hals, mit Wucherungen um alle möglichen Gefäße und Organe und der operierende TA hat zwei Stunden lang an ihr rumgeschnippelt. Nach der OP hat er ihr sechs Wochen gegeben. Höchstens. Sie ist jetzt seit fast eineinhalb Jahren putzmunter.

Und sagt mir jetzt bitte nichts zu Homöopathie und dass das ja nur Humbug und Geldmacherei sei – wenn es meiner Katze helfen würde, würde ich auch nach Afrika reisen und bei irgendeinem Medizinmann irgendwelche Tänze lernen.

Familiärer Notfall

Vor zwei oder drei Wochen hat meine Mutter bei unserem Kater einen Knubbel an der Schulter festgestellt.
Zuerst dachten wir an eine Beule, weil er mit der Schulter immer die Katzenklappe aufdrückt. Oder an einen Insektenstich vielleicht inklusive allergischer Reaktion. Aber es ging nicht weg. Also habe ich Mama gebeten, doch bitte zum Tierarzt zu gehen – Impfungen brauchte er eh noch.
Heute war Mama dann da. Habe sie danach angerufen.
Wie befürchtet, es ist wohl ein Tumor. Sagt zumindest die Tierärztin. Und die sollte es ja wissen.
Dann die große Diskussion: Wann wird er operiert? Die TÄ ist noch bis nächste Woche Mittwoch da, dann erst wieder im August. Ihre Kollegin ist zwar auch da, aber unser Kater mag keine Tierärzte. Und TÄ2 kommt mit Herrn von und zu nicht so gut klar.
Freitag würde gehen, aber ich hasse es, an Schützenfest zuhause zu sein. Auf der anderen Seite, ist es meine Katze. Mein allerliebstes Fellknäuel, den ich seit zehn Jahren habe und der mir schon als zwei Hände voll Kätzchen in die Ohren geschnurrt hat.
Ich könnte auch bis August warten und den Knubbel beobachten.

Im Endeffekt haben Mama und ich uns für Freitag entschieden. Dann verpasse ich halt einen Vortrag, den ich gerne hören würde und muss die Schützenkapelle Sonntag Morgen vor meinem Zimmer ertragen.
Aber es ist für Draco besser. Wenn der Tumor gutartig ist, wird es ihm nicht schaden. Ist er bösartig, kann er nicht mehr weiter wachsen.

Und Sorgen mache ich mir so oder so.
Mein kleines Fellnäschen.

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Achoo!

Ich glaube, ich habe mich verkühlt. Zumindest kratzt es im Hals, ich bin ohne Grund müde und nach Anstrengungen völlig erledigt, die mich sonst kaum aus der Puste bringen.
Juhu.
Also gibt es jetzt Tee und Hühnersuppe.
In der Hoffnung, dass ich Donnerstag nicht völlig krank bin. Da darf/muss ich nämlich ne Stadtführung für 30 Leute machen.

Unsere Spanisch-Dozentin hat uns heute ihre Assistentin vorgestellt. Eine junge Dame aus Teneriffa, die in Salamanca studiert.
Obwohl ihr Dialekt ähnlich dem ist, den ich aus Andalusien kenne, fällt es mir noch nicht leicht, alles zu verstehen, was sie sagt. Was einfach an der Geschwindigkeit liegt, mit der sie redet. (Ja, wir Deutschen sind auch nicht besser, wenn wir schnell reden. Zumindest für Nicht-Muttersprachler.)
Wir haben auch die Möglichkeit, die letzten zwei Wochen eine Art Konversationskurs bei ihr zu machen. Wenn das Sprachenzentrum zustimmt. Ich hoffe es. Da würde ich mich sehr drauf freuen.

Heute konnte ich meinen Einkaufstrolley bei der Post abholen. 🙂 Kann es kaum erwarten, das Schätzchen das erste mal mit zum einkaufen zu nehmen.

So, ich hole jetzt meinen Tee ans Bett und lese noch was.