Depressionen – ein Einblick

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„Wie fühlen Sie sich denn, Frau Schusselblume?“

Hm. Ja. Wie fühle ich mich? Wie fühlt man sich denn, wenn man nichts fühlt?

Das ist doch das Interessante. Wenn Menschen Depressionen hören, denken sie oft, man liegt vierundzwanzig Stunden lang im Bett und heult.
Aber so ist das nicht. Zumindest nicht bei mir.

Als das Frau Therapeutin das erste mal gefragt hat, habe ich ihr geantwortet, dass meine Gefühle irgendwo auf ner Nulllinie sind, mit sporadischen Ausschlägen nach oben oder unten.
Und das stimmt. Die meiste Zeit über fühle ich nichts.

Schöne Momente halten kurz an. Wenn ich Glück habe ein paar Stunden. Schlechte Momente bleiben leider meistens länger.

Das oberflächliche Paradoxon? Ich habe Hummeln im Hintern, kriege aber nichts geschafft. Ich schlafe nicht gut, werde aber auch nur sehr schwer müde.
Ich bin angespannt, komme nur schlecht zur Ruhe. Konzentrieren kann ich mich auch nicht. Weinen kann ich schon lange nicht mehr. (So viel zu „ständig traurig“.) Ich bin leichter reizbar, gehe schneller in die Luft. Und alles, wirklich alles, kostet viel mehr Kraft.

Ich versuche, Dinge zu tun, die mir gut tun. Häkeln. Mich mit Freunden treffen. Kochen. Aber das ist einfacher, wenn es mir eh schon gut geht. Und das, obwohl ich weiß, dass es gut für meine Laune ist.

Recovery ist kein geradliniger Prozess. Es geht auf und ab und manchmal auch zurück. Und auch, wenn ich weiß, dass es mir irgendwann wieder besser geht, ist es manchmal schwer, daran zu glauben.

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Fünf am Freitag

. Wenn die depressive Phase einen mit nem Tritt in die Magengrube begrüßt und jeden Tag fester zutritt, bis man zusammenbricht, sobald man alleine ist.

. Ich mag meine Familie, aber Ostern mit 30-35 Leuten ist anstrengend.

. Mein Kuchen war keine Schönheit, ist aber an zwei Nachmittagen weg gekommen.

. Bewegung und frische Luft hilft wirklich. War Mittwoch anderthalb Stunden in der Stadt unterwegs und danach ging es mir deutlich besser. (Habe nur ne Packung Cashew-Kerne gekauft, kann also kein „Frust-Shoppen“ gewesen sein.)

. Krankenhaus-Phobie. Habe ich das schon erwähnt?