Der vegane Alptraum

Mein Hirn hat die blöde Angewohnheit, die wirklich entscheidenden Fragen des Lebens ausgerechnet dann zu stellen – und mit mir ausdiskutieren zu wollen – wenn ich im Bett liege und wirklich, wirklich gerne schlafen würde.
Wir haben dann schon mal Konversationen, wie:

Duhu?
Ich will schlafen.
Nur ganz kurz.
Okay, wenn’s denn sein muss…
… Was passiert eigentlich, wenn wir den Abschluss nicht schaffen?
Was?
Na, stell dir mal vor…

Aus dem „nur ganz kurz“ wird dann folgendes: Drei Stunden später sind wir dabei angekommen, dass ich dringend einen neuen Organspendeausweis brauche, weil meiner langsam zerfleddert ist und wer wird mit was in meinem Testament bedacht und haben wir eigentlich noch Erdnussbutter fürs Frühstück? Und wenn ja, ist auch die richtige Marmelade im Haus?

Aber manchmal mag mein Hirn mich auch. Dann kommen solche Diskussionen mit mir selber auf, wenn ich unter der Dusche stehe oder, wie heute, koche.
Als ich das Ei in die Pfanne geschlagen habe – es gab selbst gemachtes Nasi Goreng – fragte mich mein Hirn, was denn wäre, wenn eins meiner Kinder mal Vegetarier würde. Als ob das ein Problem wäre. Dann gibt es halt mehr Tofu und viel mehr Gemüse. Weniger Fleisch täte mir eh ganz gut. Und Veganer?
Ah, da ist das Problem. Was macht man mit einem Veganer im Haushalt? Ei-Ersatz kaufen für die Waffeln. Und den Kuchen. Keine normale Milch, sondern Hafermilch. (Ich mag keine Sojamilch, dementsprechend kommt mir die gar nicht ins Haus.) Und so gebratenen Reis? Kann man den auch mit Ei-Ersatz machen? Gut, freitags kommt dann statt der Fischstäbchen eben ein Spiegelei zum Kartoffelpü mit Spinat … Verdammt. Spiegelei ist tierischen Ursprungs und beim Spinat muss ich mir auch was einfallen lassen. Und im Krankheitsfall? Schlicht Zucker im Tee, statt Honig. Na ja.

Ich könnte mit vielem umgehen, was meine Kinder später einmal sein könnten: Schwul, lesbisch, trans*, bi, Priester, Ordensschwester, poly, Vegetarier, laktoseintolerant (was sie vermutlich eh sein werden. Genetik und so.), Raucher, …
Aber bitte nicht Veganer. Zumindest nicht, solange ich koche.
Und kein Mitglied dieser komischen neuen Partei, die mit A anfängt und mit fD aufhört. Dann lieber FDP, wenn es die bis dahin noch/wieder gibt. Danke.

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