Familiärer Notfall – Teil II

Am Freitag kam Draco unters Messer. 9 Uhr sollten wir da sein.
Also Katze in die Transportbox gestopft, Schuhe an, ab ins Auto und los. Noch kurz mit den Tierärztinnen gequatscht, großes Blutbild veranlasst und wieder nach Hause.

Um halb eins haben wir ihn dann wieder abgeholt. (TÄ meinte, sie hatte halb zwölf gesagt, aber Mama und ich sind uns verdammt sicher, dass sie zwölf Uhr dreißig gesagt hat.)
Er war noch total besoffen, konnte aber schon wieder meckern. Zuhause haben wir ihn dann wieder aus der Box gelassen, aber nachdem er sich noch nicht mal richtig hinstellen, geschweige denn laufen konnte – Mama und ich mussten leider lachen, als er immer wieder umgefallen ist – habe ich ihn für bestimmt weitere 1 1/2 Stunden in die Box gesetzt. Nicht schön, aber er blieb ja auch nicht im Körbchen liegen.
Als er dann endlich wieder raus konnte, hat er sich unter dem Schrank im Flur verkrochen und da seinen „Rausch“ ausgeschlafen.
Den ganzen Tag über wollte er weder fressen noch trinken, aber ständig raus. Abends hat er dann versucht, auf einen Stuhl in der Küche zu klettern – vergebens. Kurz drauf hat er es dann erfolgreich erst auf das Sofa und danach sogar noch auf die Rückenlehne geschafft – von der Mama ihn aber runter geholt hat, weil er noch leicht wankte.
Der Plan war eigentlich, dass er im Flur schläft, aber da hatte Draco was gegen. Als Mama aus dem Keller kam, ist er schneller an ihr vorbei gehuscht, als sie gucken konnte und so hat er dann – wie sonst auch immer – im Keller geschlafen.*
Heute morgen wollte er dann wieder fressen. Und raus. Un-be-dingt raus. Das durfte er dann auch. Die TÄ meinte, er würde wahrscheinlich mehr Radau im Haus machen, als draußen eine Gefahr für die OP-Wunde wäre. Er hat noch viel geschlafen, gut, mit zehn ist er in Menschenjahren ja auch schon um die 60 und nicht mehr der Jüngste, aber ich denke, das tut ihm ganz gut. Und so eine OP schlaucht ja auch.
(*Er schläft immer im Keller. Dort hat er alles: Kratzbäume, Katzenklo, Fresschen, Körbchen, Decken und Spielzeug. Früher durfte er nachts raus, aber nachdem er innerhalb von nem halben Jahr vier Kampfverletzungen morgens mit nach Hause brachte und sich ein fremder Kater immer wieder über die Katzentreppe in den Keller geschlichen hatte, kommt er eben ins Haus.)

Und der Tumor?
Sehr, sehr wahrscheinlich bösartig. Laboranalyse folgt. Ergebnis gibt es, wenn ich mit dem Fellnäschen zum Fäden ziehen muss. Natürlich alleine, weil meine Eltern im Urlaub sind. Dabei musste ich gestern schon wieder gegen Tränen kämpfen. Wird bestimmt lustig. Nicht.
Die TÄs meinten, es wäre wohl eine Tumor-Art, die fast ausschließlich bei Katzen auftauchen würde. Vorteil: Sie würde nur selten metastasieren. Nachteil: Sie kommt gerne an der selben Stelle wieder, auch wenn man denkt, man hätte alles entfernt.
Es gibt wohl eine Art Chemo-Therapie, homöopathisch, die man entweder mit ’ner Spritze, oder übers Futter verabreichen kann. Die Chancen, dass der Tumor damit wiederkommt, sind geringer.
Die Katze von einer der TÄs hatte auch diese Art von Tumor. Am Hals, mit Wucherungen um alle möglichen Gefäße und Organe und der operierende TA hat zwei Stunden lang an ihr rumgeschnippelt. Nach der OP hat er ihr sechs Wochen gegeben. Höchstens. Sie ist jetzt seit fast eineinhalb Jahren putzmunter.

Und sagt mir jetzt bitte nichts zu Homöopathie und dass das ja nur Humbug und Geldmacherei sei – wenn es meiner Katze helfen würde, würde ich auch nach Afrika reisen und bei irgendeinem Medizinmann irgendwelche Tänze lernen.

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