Abschied (recap)

Es war schön, gestern. … Zumindest bis gegen Mitternacht. Aber mal von vorne angefangen.

Meine Eltern und ich hatten absolut keine Ahnung, was auf uns zukommen würde. Wir sollten um halb sechs in unserer „Stadthalle“ sein (unser Dorf ist keine Stadt, aber das beschreibt es am Besten) und als wir auf den Parkplatz fuhren, stiegen vor uns der älteste Schulfreund meines Vaters und seine Frau aus dem Auto. Eine echte Überraschung, weil die beiden einen knapp zweistündigen Weg vor sich hatten.

Die Damen aus dem Organisationsteam hatten sich wirklich Mühe gegeben. Viele Blumen, hübsche Tischdeko, Essen und Getränke für einen Euro.

Und dann… Dann kam die Schlange. Mein Vater, meine Mutter und ich haben die Gäste begrüßt (wer kam, der kam) und ich weiß gar nicht, wie viele Hände ich geschüttelt habe. Viele hatten Geschenke dabei – Blumen, Fresskörbe, Bücher, Bilder, und noch mehr Bücher.

Dann kamen die Reden. Oder eher eine Rede. Herr U., der Redner, meinte, es wäre eher eine Laudatio, als eine Abschiedsrede. Und es stimmt. Schön war, dass drei Bekannte bzw Freunde meines Vaters zu Wort gekommen sind. Besagter alter Schulfreund von oben hat ihren ersten gemeinsamen Schultag geschildert. 😀
Ein paar Mitarbeiter von meinem Vater haben dann ein Lied gesungen und damit ihr Geschenk überreicht – einen Strandkorb! Und das Beste daran: meine Mutter wünscht sich seit Jahren einen!
Mein Vater hat danach noch ein weiteres, wirklich schönes, Geschenk bekommen: Eine Bank. Aber nicht für unseren Garten, sondern bei uns im Ort. Mit Blick auf seinen alten Arbeitsplatz und in nächster Zeit wird noch eine Plakette angebracht. Damit auch jeder weiß, dass es seine ist. 😉

Die Dankesrede meines Vaters war auch sehr schön. Traurig war nur, dass am Montag ein langjähriger Freund meiner Eltern gestorben ist. Der erste aus dem Freundeskreis. Macht einem bewusst, dass sie alle nicht mehr die Jüngsten sind…

Eine Schule bei uns aus dem Ort hatte noch ein sehr süßes Video gemacht, in dem sie zu „Goodbye“ von Sascha getanzt haben.

Danach wurde geredet, getrunken, gegessen und getrunken.
Habe ich schon erwähnt, dass getrunken wurde?

Eine unserer Nachbarinnen war hackedicht. Also, wirklich dicht. Wir wollten sie dann noch mit nach Hause nehmen, aber sie wollte dann doch noch mit anderen in ’ne Kneipe. Bin auch ein wenig froh, dass sie nicht mit uns heim ist…

Heute haben wir dann Geschenke ausgepackt und danach angefangen, Papas Büro auszuräumen. Sein Nachfolger fängt ja Montag an. Mehrere Kisten und immer noch nicht alles weg.
Aber ich denke, Schreibtisch möchte er selber machen. Hat ja auch etwas mit Nostalgie zu tun.

Papa hat übrigens eine gute Anzahlung für das eBike zusammen, das er gerne hätte. Und genug Lesestoff für die erste Zeit. Und eine neue Tomatenpflanze. Eine weitere soll heute oder morgen noch kommen. Die ersten „Projekte“ für den (Un-)Ruhestand hat er auch schon: Er will zukünftig im Kindergarten vorlesen. (Ihr dürft jetzt auch gerne raten, woher ich meine Leseleidenschaft habe.)

Meine Mutter freut sich auf den Strandkorb und die Einladung nach Sylt, die sie bekommen haben.

Und ich? Ich freue mich darauf, wenn meine Eltern im Urlaub sind. Dann habe ich den Strandkorb für mich und kann mal das Bier probieren, das er geschenkt bekommen hat und das aus einer kleinen Brauerei bei uns im Kreis kommt. Und den armenischen Cognac..

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Ein Gedanke zu “Abschied (recap)

  1. Das klingt wirklich schön. Und vor allem als wäre dein Vater ein überaus sympathischer Mann 🙂 Vorlesen im Kindergarten finde ich ja großartig… 🙂

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