[Review] Provost’s Dog Trilogie

Die Provost’s Dog Trilogie besteht aus den drei Büchern „Terrier“, „Bloodhound“ und „Mastiff“. Der Handlungsort ist Tortall im gleichnamigen Universum von Tamora Pierce. Man könnte die Reihe quasi als Prequel zur Alanna-/Lied-der-Löwin-Reihe sehen, da sie ungefähr 200 Jahre vorher spielt. (Ich lese gerade noch einmal die anderen Reihen, wenn Interesse besteht, schreibe ich zu denen auch noch Reviews.)

Protagonistin ist Rebakah „Beka“ Cooper, die mit 15 eine Ausbildung zur Wachfrau („guardswoman“) im schlimmsten Bezirk von Corus, der Unterstadt („Lower City“), macht. Die Wachen der Stadt werden Hunde („Dogs“) genannt, die Auszubildenden Welpen („Puppies“) und die Gauner und Ganoven der Stadt Ratten („Rats“). Ihre Ausbilder sind Wachmann Matthias „Mattes“ Tunstall und Wachfrau Clara „Clary“ Goodwin.

Terrier
Inhalt
Beka beginnt ihre Ausbildung zur Wachfrau und bekommt zwei der besten Wachen als Ausbilder zugeteilt: Mattes und Clary. Bald schon beginnen sie, den Tod des dreijährigen Rolond Lofts zu untersuchen, der der Sohn von Tansy, einer Jugendfreundin von Beka, ist. Tansy ist die angeheiratete Enkelin von Crookshank Lofts, einem reichen Mann, der sein Geld mit zwielichtigen Geschäften macht. Im Laufe der Ermittlungen finden die drei heraus, dass die Schattenschlange nicht nur hinter dem Tod von Rolond steckt, sondern auch noch hinter weiteren Entführungen und Morden an Kindern. Die Schattenschlange („Shadow Snake“) ist eigentlich eine Figur, mit der Eltern ihren Kindern Angst einjagen, weswegen den Eltern keiner glaubt, wenn sie sagen, dass ihr Kind von eben dieser Figur entführt wurde.
Dazu kommen noch Morde an Arbeitern, immer mehrere auf einmal, und Feuer-Opale, die plötzlich aus dem Nichts auftauchen. Beides scheint irgendwie zusammen zu hängen und Beka vermutet, dass Crookshank etwas damit zu tun hat.
Währenddessen freundet sich Beka mit Rosto dem Pfeifer an, der mit seinen zwei Freundinnen Kora und Aniki nach Corus gekommen ist, um am Hof der Diebe („Court of the Rogue“) aufzusteigen und vielleicht sogar selbst zum König der Diebe („Rogue“) aufzusteigen.
Bei all den Abenteuern wird Beka von ihrem schwarzen Kater Pounce begleitet, der immer wieder für eine Gottheit gehalten wird, aber darauf besteht, dass er ein Sternbild ist.

Bloodhound
Inhalt
(1,5 Jahre nach Terrier)
Endlich ist Beka kein Welpe mehr, sondern ein richtiger Hund geworden. Allerdings kommt auch kein Partner lange mit ihr aus, denn sie ist vielen zu ehrgeizig. Nachdem ihr vierter Partner darum gebeten hat, versetzt zu werden, wird sie wieder ihren Ausbildern Goodwin und Tunstall zugeteilt und kurz darauf sieht sie, wie der Spürhund Achoo von ihrem Hundeführer misshandelt wird. Sie schreitet ein – und wird kurzerhand zu Achoos neuer Hundeführerin. (Achoo heißt übrigens so, weil sie niest, sobald sie einen Geruch zum Aufspüren aufgenommen hat. Würde man ihren Namen übersetzen, hieße sie vielleicht Hatschi.)
Als dann in der Stadt die Brotpreise steigen – sowohl dank schlechter Ernte, als auch dank Falschgeld – bricht ein Aufstand auf, bei dem sich Tunstall verletzt und für mehrere Wochen ausfällt. Bei diesem Aufstand lernen Beka und Goodwin auch Hanse Remy und Dale Rowan kennen, die aus Port Caynn kommen.
Die Spur des Falschgeldes führt nach Port Caynn und unter dem Vorwand, dass Beka etwas lernen soll, werden Beka, Goodwin und Achoo dorthin geschickt. Pounce hingegen überlässt Beka sich selber, da er sich um einige jüngere Sterne kümmern muss.

Mastiff
Inhalt
(2 Jahre nach Bloodhound)
Beka hat gerade ihren Verlobten beerdigt, als der Lord Provost (so etwas wie der oberste Polizei-Chef des ganzen Landes) sie und Tunstall auf eine ganz geheime Mission schickt: Der vierjährige Thronprinz wurde entführt und es ist an Beka, Tunstall und Achoo, ihn zu finden. Unterstützt werden sie vom Magier Farmer Cape und der Ritterin Lady Sabine von Macayhill, die Tunstalls Geliebte ist. Während sie auf der Jagd („Hunt“) sind, finden sie heraus, dass die Entführung des Prinzen nicht nur ein Komplott ist, um den König und die Königin vom Thron zu bekommen, nein, es befindet sich auch noch ein Verräter unter ihnen.

Was ich so denke:
JA! Ich liebe die Reihe!
Beka ist eine fantastische Protagonistin, die ihre Ecken und Kanten hat, aber dennoch ihren eigenen Weg geht. Sie ist zum Beispiel unheimlich schüchtern und als sie das erste mal vor dem Richter steht, um eine Aussage zu machen, bekommt sie kaum ein Wort heraus. Allerdings hat sie auch ein unheimliches Temperament und geht gerne mal in die Luft. Hat sie allerdings ihre Uniform an, ist Beka sehr selbstbewusst und jagt auch schon mal eine Verbrecherin durch die halbe Unterstadt, weil diese ihre Ausbilderin Goodwin geschlagen hat. Sie geht in ihrer Arbeit voll auf und sogar ihr Verlobter sagt, dass sie etwas zu ehrgeizig zu sein scheint.
Beka bekommt in den verschiedenen Büchern verschiedene Hundespitznamen: Terrier, weil sie hartnäckig an ihrer „Beute“ bleibt; Bluthund („Bloodhound“), weil sie eine Fährte bis zum Ende verfolgt; Mastiff, weil sie auf die Jagd geht und ihre Beute zur Strecke bringt.
Pounce bildet eine Art Gegengewicht zu Beka, er hat einen teilweise doch etwas trockenen Humor und ist gerne unabhängig.
Die ganze Reihe ist in Tagebucheinträgen geschrieben, was den Schreibstil sehr interessant macht. Was mich sowohl etwas gestört, aber gleichzeitig auch gefreut hat ist, dass keines der Bücher (allzu lange) den gleichen Handlungsort macht. Der erste Band spielt in Corus, der Hauptstadt von Tortall, der zweite hauptsächlich in Port Caynn, der größten Hafenstadt, und der dritte spielt quasi „unterwegs“, da die Gruppe ja auf der Jagd nach dem Prinzen und seinen Entführern sind.
Über die Handlungen kann man sagen, was man will. Der Gegenspieler im zweiten Band war fast schon vorhersehbar und auch, wenn mir der Verräter im dritten Band persönlich nicht gefallen hat, waren die Motive doch irgendwie nachvollziehbar.
Ja, ich würde mich über weitere Geschichten von und mit Beka freuen, sehr sogar, aber sie sagt am Ende des dritten Bandes, dass sie nicht weiter Tagebuch führen wird, denn sie wird kaum etwas Größeres erreichen, als … (Will euch dann doch nicht spoilern.)
Und ja, ich empfehle die Bücher, wenn man gerne Geschichten mit starken Protagonistinnen liest. (Alle Bücher von Tamora Pierce haben starke Protagonistinnen!) Und die Geschichten mit Beka sind ein guter Anfang, denn sie spielen, chronolgisch gesehen, vor den Geschichten mit Alanna. Allerdings wurden sie (noch?) nicht ins Deutsche übersetzt und das doch schon sehr spezifische Vokabular („gixie“, „gob“, „cracknob“) und der Dialekt, der teilweise in den Büchern „gesprochen“ wird, machen das Lesen auf Englisch nicht gerade leicht. Und auch wenn es mit der Zeit leichter wird, ist es möglich, dass man am Anfang dadurch entmutigt wird. Eine Alternative wäre die Lied-der-Löwin-Reihe, aber bitte die alten Übersetzungen von Arena, ich habe gehört, dass die neue Übersetzung nicht die allertollste sein soll.

Rating:
Terrier: 5 von 5 – Ich LIEBE es!
Bloodhound: 4,5 von 5 – Wow! Einfach super!
Mastiff: 4,5 von 5 – Wow! Einfach super!

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Ein Gedanke zu “[Review] Provost’s Dog Trilogie

  1. Ich LIEBE die Bücher von Tamora Pierce – es ist kein Zufall, dass ich mir für meine Email-Adressen die Domain keladry.com eingerichtet habe! (Meine Lieblingsreihe ist die “Protector of the Small”-Reihe) 😉
    Diese Reihe hier habe ich allerdings erst angefangen, aber ich bin schon sehr gespannt, wie es weitergeht. Sehr schönes Review, das macht wieder richtig Lust auf die Bücher!

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