Hätte ich doch damals…

Wenn ich mich richtig erinnere, wollte ich viel werden, als ich noch jünger war. Da war wirklich alles bei: Polizistin. Köchin. Architektin. Tierärztin.

Polizistin hatte sich erledigt, weil ich eher … mäßig sportbegeistert bin. Köchin… nun ja, ich koche immer noch sehr gerne, aber die Arbeitszeiten sind unter aller Sau. Architektin hatte sich erledigt, nachdem ich ein Praktikum in der elften Klasse bei ’nem Architekten gemacht hatte. Tierärztin war irgendwann mal in der vierten Klasse und mein Abi war nicht gut genug. 😉

Es ist so eine kleine Familienlegende bei uns, dass ich wohl zu meiner Mutter im Auto, auf dem Weg zum Gymnasium, gesagt haben soll, ich möchte Japanisch studieren. Und das habe ich dann auch gemacht. Angefangen und abgebrochen.
Danach habe ich gewechselt, zu Englisch und Deutsch Germanistik. Und immer wieder kam die Frage: „Auf Lehramt?“ Nein, danke. Wie My Chemical Romance es so schön singen: „Teenagers scare the living shit out of me.“
Ich habe eine Zusatzqualifikation in Deutsch als Fremdsprache gemacht, dürfte also in der Erwachsenenbildung, zum Beispiel an einer VHS, Nicht-Muttersprachlern Deutsch beibringen. (Habe ich in einem Praktikum auch schon getestet und es macht super viel Spaß!)

Gestern waren M. und ich wieder in der Uni, zum ersten Teil eines Block-Seminars. Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht und wir haben wirklich viel gelernt, das uns hinterher bestimmt auch mal im Job nützlich sein wird.
Als wir zur Bahn gegangen sind, haben wir beide gesagt, dass wir damals™ doch besser Englisch und Romanistik studiert hätten sollen. Und wenn wir in der Zeit zurück reisen könnten, mit dem Wissen von heute, würden wir…
Aber wir können nicht. Und ich möchte die Leute, die ich in der Japanologie kennen gelernt habe, auch nicht mehr missen. Dennoch wäre es heute ein Vorteil.

Stattdessen frische ich jetzt meine Spanisch-Kenntnisse auf und hoffe, dass ich zu Uni-Zeiten noch B1 schaffe und dann danach B2, vielleicht auch noch C1, an der VHS  mache, damit ich die Prüfung zum Diploma de Español ablegen kann. Schaden kann es nicht, hoffe ich. (Ja, ablegen könnte ich die Prüfung auch jetzt schon, aber habt ihr mal geguckt, was das Ding kostet?)

Vielleicht greife ich auch mal wieder nach den Sternen, wie schon so oft, aber Sprachkenntnisse helfen doch oft weiter…

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5 Gedanken zu “Hätte ich doch damals…

  1. Spanischkenntnisse sind super, aber dafür muss man nicht Romanistik studieren, Echt nicht. Glaub mir. Ich muss es wissen, ich hab’s nämlich gemacht. 😀 In der Romanistik sitzt man mehr in fachwissenschaftlichen Veranstaltungen oder sprachhistorischen Kursen als in sprachpraktischen. Und das hilft den Sprachkenntnissen auch nicht weiter…also musst du nichts bereuen.
    Viel Erfolg beim Spanischlernen und beim DELE!

    • Bei uns gibt es in der Romanistik, zumindest im Spanischen, auch kleine Übersetzungskurse und generell Sprachpraxis-Kurse.
      Ich hab einfach gemerkt, wie sehr mein Spanisch zwischen „Ich hab Abi!“ und „Wir fliegen in den Urlaub nach Teneriffa“ eingerostet ist. Und jetzt wäre es super praktisch ’ne zweite Sprache so gut zu können wie Englisch. 😉
      Dankeschön 🙂

      • Hmm, also bei uns gab es auch Übersetzungskurse (die ich gehasst habe – ich finde nichts langweiliger und sinnloser als Übersetzung! :-D) und Textproduktionskurse, aber das bringt einem für die Sprachpraxis lange nicht so viel wie man glauben könnte. Mein Spanisch ist nach meinem Auslandssemester an der Uni in Deutschland unglaublich schnell wieder eingerostet. Da bringt es noch mehr, Spanisch irgendwie in den Alltag zu integrieren (mit Musik oder Filmen oder so) als das zu studieren. Ich würde ja auch öfter nach Spanien fahren, das ist die beste Methode – wenn ich denn reich wäre. 😀

      • Cs Mutter (Spanierin) hat mir angeboten, mit mir Spanisch zu reden, aber ich hab bei sowas am Anfang immer Hemmungen und als C und ich letztes Jahr in Spanien im Urlaub waren, habe ich fast ne Woche gebraucht, bis ich mich getraut habe, mein Frühstück selber zu bestellen. 😉
        Und Übersetzungskurse finde ich super. Sowas ähnliches mache ich ja auch im Master.

      • Oh ja, die Hemmungen muss man erstmal ablegen, das verstehe ich gut. Geht immer am besten, wenn man keine Wahl hat (sprich: das Gegenüber kein Deutsch kann). Ich habe Spanier aber als sehr tolerant Fehlern gegenüber erlebt, also einfach drauflosplappern. 🙂
        Und schön zu hören, dass es auch Menschen gibt, die Freude am Übersetzen haben! Aus der Fremdsprache ins Deutsche finde ich das ja noch in Ordnung, wir mussten’s nur immer andersrum machen und in den Klausuren ohne Wörterbuch sitzt man dann ziemlich verloren da manchmal. Naja, egal, ich bin damit durch und werde mir einen Job ohne Übersetzungsarbeiten suchen! 😀

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