[Review] Graceling

Inhalt:
In den Sieben Königreichen gibt es Menschen, die mit Gaben beschenkt werden und man kann sie an ihren unterschiedlich farbigen Augen erkennen. Lady Katsa, Nichte des Königs Randa, hat die Gabe des Tötens, deswegen gehen die Menschen ihr aus dem Weg und ihr Onkel nutzt diese Gabe aus um Untertanen bestrafen zu lassen. Bei einer Rettungsmission trifft sie auf einen geheimnisvollen Fremden, der auch ein Beschenkter ist und sich hinterher als Prinz Bo (Prince Po im Englischen) von Lienid herausstellt. Dieser ist auf der Suche nach seinem Großvater, der entführt wurde und den Katsa bei eben jener Rettungsmission befreit hat. Hier ist das Buch allerdings nicht zu Ende, denn obwohl man meinen könnte, dass der Großvater nun gerettet ist, bleibt immer noch die Frage, wer die Entführung veranlasst hat. Auf ihrer gemeinsamen Reise, bei der sie dieses Rätsel lösen wollen, treffen die beiden auf Bos Cousine, Prinzessin Bitterblue von Monsea, und ihren Vater, der nicht das ist, was er zu sein scheint.

Was ich so denke:
Am Anfang war ich ein wenig skeptisch. Fantasy habe ich eigentlich vor einiger Zeit schon „aufgegeben“, weil ich das Gefühl hatte, alles schon gelesen zu haben, was dieses Genre zu bieten hat. Aber plötzlich hatte ich das erste Viertel durch, dann war ich bei der Hälfte, bei dreiviertel und … wo war die Zeit hin?
Die Autorin schafft es wirklich, eine Fantasy-Geschichte zu schreiben, die nicht ausgelutscht ist, spannend ist und immer wieder Abwechslung bietet.
Das Ende ist, meiner Meinung nach, eine Mischung aus offen und abgeschlossen – man erfährt zwar, was die jeweiligen Figuren vor haben, hat aber keinen Epilog á la „35 Jahre später heiratete Katsa ihren Cousin Prinz Raffin, Randa war im Schlaf ermordet worden und alle lebten glücklich und zufrieden -“ zum einen lässt sich die Autorin natürlich so Platz für eine Fortsetzung, aber auf der anderen Seite wird es die wohl so nicht geben, da die folgenden Bücher (Die Flammende / Fire und Die Königliche / Bitterblue) den Fokus auf andere Charaktere aus der gleichen Welt legen.
Die Liebesgeschichte zwischen Katsa und Bo entfaltet sich wirklich gut, nicht zu schnell und auch nicht unrealistisch mit Herzchen-in-den-Augen-und-rosa-Brille. Ja, vielleicht hätte Katsa zumindest versuchen sollen, ihre Gefühle zu beschreiben, aber bisher hat sie sich von anderen fern gehalten, weil ihr immer eingeredet wurde, dass sie eine Wilde, fast schon ein Ungeheuer sei, und für sie sind Gefühle für jemand anderen etwas Neues, denn nie zuvor hat sie andere an sich herangelassen.
Was mir nicht so gut gefallen hat? Nun, es war – mal wieder – das Ende. Ich fand es ein wenig schnell, fast schon gehetzt. Ja, es passt zur Geschichte, ist fast schon schnell und schmerzlos, wie das Abziehen eines Pflasters, aber vielleicht hatte ich gerade deswegen das Gefühl, dass es etwas war, was die Autorin „hinter sich“ bringen wollte. Damit meine ich nicht, dass das Ende den Spaß, den ich mit dem restlichen Buch hatte, komplett verdorben hat, es war eher ein ganz leichter Beigeschmack.

Also?
Insgesamt hat mir das Buch wirklich Spaß gemacht. Die Liebesgeschichte war nicht unerwartet, aber auch nicht so dominant, dass das Lesen nur dann Spaß gemacht hätte, wenn man total auf Liebesgeschichten steht. Wenn man eine starke Heldin sucht, ist man bei Katsa an der richtigen Stelle, und ich habe die Vermutung, dass Bitterblue ihr da in nichts nachstehen wird.
Wer jedoch Fantasy mit Elfen, Magiern und Drachen sucht, der wird hier enttäuscht. Ich, für meinen Teil, werde mich auf jeden Fall wieder an Fantasy-Bücher wagen. 🙂

Rating:
4,5 von 5 – Wow! Einfach super!

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